Die S.S. Thistlegorm und die Rosalie Moller waren 2007 bzw. 2008 die ersten Objekte dieser gezielten Maßnahmen. Die Naturschutzarbeiten an Ersterer, dem wohl berühmtesten Wrack im Roten Meer, wirbelten viel Staub auf, was zu einem riesigen Hype und einer breiten Berichterstattung in den internationalen Tauchmedien führte. Es war nicht einfach, den Erhaltungsplan umzusetzen und allgemein verständlich zu machen: “Viele Tauchanbieter halten die Schließung für unpraktikabel. Tatsache bleibt jedoch, dass wir dieses Wrack verlieren”, entgegnete Amr Ali auf Kritik aus Teilen der Tauchbranche.
Trotz des anfänglichen Unmuts wurden alle Maßnahmen an den Wracks als dringend und notwendig erachtet, weshalb HEPCA sie fortsetzte. Schließlich kam es zu einem gemeinschaftlichen Engagement, bei dem Tauchbasen Hilfe anboten und Einrichtungen zur Verfügung stellten, um die Arbeiten zu ermöglichen.
Die Erhaltungsmaßnahme begann mit einer detaillierten Bestandsaufnahme des Wracks: einschließlich seiner Struktur, Position und Neigung, aber auch seiner Beliebtheit und Zugänglichkeit. Im Anschluss daran wurden gezielte Aktionspläne ausgearbeitet, geeignete Verankerungssysteme installiert und strategisch Löcher für den Luftaustritt in das Wrack gebohrt. Die Betreiber erhielten genaue Informationen über die ordnungsgemäße Verwendung der Festmacherleinen, deren Effizienz eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Operation spielt.
Das HEPCA-Mooring-Team führte unter der Unterstützung von Red Sea Explorers und blue o two die Installation eines brandneuen Bojen-Verankerungssystems durch, das aus insgesamt 32 Leinen mit separaten Auf- und Abstiegsleinen bestand, und bohrte Löcher für den Luftaustritt.
Während einer mehrwöchigen Testphase äußerten sich die meisten Tauchanbieter sehr zufrieden mit dem neuen System. In den darauffolgenden drei Monaten wurde jedoch etwa die Hälfte der Leinen beschädigt: eine normale Abnutzungsrate für einen Standort mit dieser Nutzungsintensität und den dort herrschenden widrigen Umweltbedingungen.
Die Schiffsbetreiber wiesen auf die Möglichkeit hin, das System weiter zu verbessern, um die Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Am 24. Februar fand in Sharm El Sheikh ein Beratungstreffen mit Managern mehrerer Tauchcenter sowie Vertretern von CDWS und SSDM zusammen mit Amr Ali von HEPCA statt, um das System zu überprüfen und mögliche Verbesserungen zu diskutieren. An diesem Tag wurde das „Miky-System“ vorgeschlagen, benannt nach seinem Entwickler Miky Clark vom Camel Dive Club.
Es wurden Anpassungen vorgenommen, um das Verankerungssystem zu verbessern, es widerstandsfähiger zu machen und die mechanische Belastung des Wracks zu verringern. Zudem wurde vereinbart, dass Boote, die das Verankerungssystem nutzen, zusätzlich einen Heckanker ausbringen müssen. Diese zusätzliche Stabilität soll verhindern, dass die Leinen bei Wind und starker Strömung durch das Reiben an der Wrackstruktur beschädigt werden.
Im Juni 2008 verlagerte sich die Aufmerksamkeit auf das Wrack der Rosalie Moller. Leider hatte dieses ikonische Wrack des Roten Meeres in den letzten Jahren erhebliche Schäden erlitten.
HEPCA führte eine weitere Bewertung durch und installierte ein Verankerungssystem, um das fragile Wrack vor drohenden Schäden zu schützen. Aufgrund der Tiefe des Wracks wurden technische Taucher mit den Arbeiten betraut. Das HEPCA-Mooring-Team wurde auch dieses Mal von Tauchern der Red Sea Explorers und von blue o two sowie unter anderem von Diving Attitude unterstützt. Herkömmliche Verankerungen waren aufgrund der Tiefe und des Zustands des Wracks nicht möglich, daher wurde ein System aus Drahtseilen und Tauen an der Struktur angebracht.
In der Folge überwachen ausgewählte Tauchcenter in der Region das Verankerungssystem, um dessen ordnungsgemäße Nutzung sicherzustellen.