Im Jahr 2008 plante die Egyptian Electricity Holding Company (EEHC) den Bau eines gasbefeuerten GuD-Kraftwerks in Nuweiba, um den nationalen Strombedarf zu decken. Obwohl der ökologische, kulturelle und historische Wert dieses Standorts enorm ist, schlug die EEHC in Unkenntnis den Bau einer 105.000 m² großen Anlage vor.
Nuweiba, gelegen auf einer großen Flussebene zwischen den Sinai-Bergen und dem Golf von Aqaba, is einer der malerischsten Teile der gesamten südlichen Sinai-Halbinsel. Zudem verfügt Nuweiba über eine unglaublich einzigartige, relativ ungestörte Unterwasserwelt. Seine spektakuläre Küstenlinie beherbergt unerforschte Buchten, die mit den Bergen im Hintergrund einen atemberaubenden Ort schaffen.
Verwurzelt in der Interessenvertretung ist HEPCA fest entschlossen, sicherzustellen, dass jedes in Ägypten durchgeführte Projekt auf die Unterstützung und Verbesserung der Lebensgrundlage der eigenen Bevölkerung und auf die ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.
„Die Menge an Wasser, die in das Rote Meer eingeleitet wird, plus die Auswirkungen des Bauens an der Küste sind kriminell, wenn man bedenkt, dass der gesamte Ort als 'Öko-Reiseziel' beworben wird“, sagte der Geschäftsführer von HEPCA, Amr Ali.
Einigen Gerüchten zufolge hatten die Investoren die Genehmigung bereits erhalten. Die NGO Hemaya erhob sich zusammen mit der Gemeinde in einem flammenden Protest gegen das Kraftwerk. Darüber hinaus wurde eine Online-Petition „Stoppt die Zerstörung von Nuweiba und seinen Korallenriffen!“ veröffentlicht und von mehr als 2000 Personen unterzeichnet, die erklärten: „Wenn ein solches Kraftwerk gebaut wird, wird dies katastrophale Auswirkungen auf die lokale Tourismusbranche, auf die lokale Beduinenbevölkerung und vor allem auf die lokale Umwelt haben.“
Ein Kraftwerk dieser Größenordnung würde den schrittweisen Niedergang der lokalen Tourismusbranche und in der Folge die Schließung von Hotels, Tauchzentren und anderen touristischen Dienstleistern in der Region nach sich ziehen. Die Folge wären der Verlust von Arbeitsplätzen für viele Beschäftigte in der Tourismusbranche und der Verlust der Lebensgrundlage für die verschiedenen lokalen Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die Tourismusbranche in Nuweiba bereitstellen – ein wirtschaftlicher Ruin. Der Tourismus ist eine Haupteinnahmequelle für die lokalen Beduinenstämme, daher sind die Auswirkungen des Verlusts dieses Wirtschaftszweigs schlicht unvorstellbar.
HEPCA nahm damals eine kritische Haltung ein und zog Experten hinzu, um die Zusammenfassung des Plans zu bewerten. Einige offene Fragen und Schwachstellen wurden in den Vordergrund gerückt, die viele Fallstricke aufzeigten, die die Befürworter des Projekts in Nuweiba vernachlässigt hatten, unter anderem in Bezug auf Luft- und Lärmbelastung, Böden, Geologie, Flora und Fauna, Abfallentsorgung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Im Abschlussbericht traten viele Ungereimtheiten auf, aber eine wesentliche gab großen Anlass zur Sorge, nämlich das Fehlen einer klaren Angabe des Standorts, an dem das Kraftwerk gebaut werden sollte. Irreführende Informationen und Dokumentationen ließen viele die Integrität des Projekts anzweifeln.
Die Tatsache, dass der Golf von Aqaba unter dem Gesetz für Naturschutzgebiete geschützt ist, wurde alarmierenderweise nicht als einer der rechtlichen Aspekte zur Ablehnung des Projekts berücksichtigt.
Berechtigte Zweifel und Probleme überschatteten die Pläne für das zweifelhafte Kraftwerk. Anfang September 2009 führten alle umweltbezogenen Einwände zu einer Verzögerung. Die Gemeinde wollte sich nicht mit vagen Antworten auf ihre Bedenken zufriedengeben, und die EEAA, die das Projekt ohne einen solchen Aufschrei genehmigt hätte, wenn es völlig unangefochten geblieben wäre.
Das Projekt wurde schließlich abgesagt. HEPCA berichtete, dass die Europäische Investitionsbank angesichts des erheblichen Drucks von Umweltschützern ein Darlehen in Höhe von 320 Millionen US-Dollar zur Finanzierung des Projekts ablehnte.