Das Rote Meer, ein reiches und vielfältiges Ökosystem, beheimatet mehr als 1.200 registrierte Fischarten, von denen etwa 10 % nirgendwo sonst vorkommen. Das Rote Meer zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume aus, die alle als empfindliche marine Ökosysteme von enormer Bedeutung für Umwelt und Mensch gelten. Korallenriffe sind die vielfältigsten und schönsten aller marinen Lebensräume. Das Riff selbst ist jedoch eigentlich nur Teil eines größeren Ökosystems. Aus diesem Grund werden Korallenriffe oft als die „Regenwälder der Ozeane“ bezeichnet. Korallen bedecken weniger als 0,1 % der weltweiten Meeresoberfläche, bieten jedoch 25 % aller marinen Arten einen Lebensraum. Gesunde Riffe können jedes Jahr bis zu 35 Tonnen Fisch pro Quadratkilometer hervorbringen, beschädigte Riffe dagegen weitaus weniger.
Korallenriffe erbringen wichtige Ökosystemdienstleistungen für den Tourismus, die Fischerei und den Küstenschutz. Sie schützen die Küsten, indem sie die Wellenenergie absorbieren, und viele kleine Inseln würden ohne ihr schützendes Riff nicht existieren.
Obwohl bekannt ist, dass die ägyptische Küste des Roten Meeres aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht von hohem Wert ist, wurde bis zum Start des HEPCA-Küsten-Survey-Projekts noch nie eine quantitative Untersuchung ihrer Ressourcen hinsichtlich Lebensräumen und Schlüsselarten durchgeführt.
Im Jahr 2010 initiierte HEPCA das Coastal Survey Project (CSP), um die erste quantitative Erhebung unserer natürlichen Ressourcen im Roten Meer, insbesondere der Korallenriffe, durchzuführen. Hauptziel des Projekts ist es, die empfindlichsten Lebensräume zu bestimmen und Daten darüber zu sammeln, welche Ressourcen wir in Ägypten haben, als ersten Schritt zum Schutz. Darüber hinaus sammelt das Projekt Daten über Bedrohungen und menschliche Einflüsse auf unsere wertvollen Ressourcen und entwickelt Managementpläne und Lösungen für Entscheidungsträger, um diese Ressourcen zu schützen und zu erhalten.
Es gibt zwei Arten von Belastungen für Riffsysteme: natürliche und vom Menschen verursachte. Die Auswirkungen dieser Belastungen können von unbedeutend bis katastrophal reichen. Riffe zeigen eine überraschende Anpassungsfähigkeit an kurzfristige natürliche Katastrophenereignisse wie Hurrikane und erholen sich in der Regel wieder zu einer normalen Gemeinschaftsstruktur. Zu den natürlichen Belastungen gehören: globale Erwärmung, Korallenbleiche, Dornenkronenseesterne (COT), Überschwemmungen und Ozeanversauerung. Auf der anderen Seite sind die menschlichen Einflüsse und Belastungen auf Korallenriffe weitaus katastrophaler und langfristiger in ihren Auswirkungen: Korallenschäden durch Taucher und Schnorchler, Ankern, Riffaufschüttung, Sedimentation und die Zerstörung natürlicher Lebensräume durch den Tourismusausbau sind Beispiele dafür, wie Menschen die marinen Ressourcen schädigen können. Das CSP-Team sammelt Daten zu beiden Schadensquellen, um sie zu stoppen oder zumindest ins Rampenlicht zu rücken.
Ziele der Untersuchung
- Abgrenzung sensibler Lebensräume
- Erstellung von Sensitivitätskarten
- Datenerfassung zu Vielfalt, Abundanz und Zustand von Korallen, Rifffischen und genutzten Arten
- Sammeln von Daten zur Resilienz verschiedener Korallenriffe
- Aufbau einer Datenbank und Einrichtung von Überwachungsstationen auf Basis von Fotoquadraten und Videotransekten.
- Erfassung von Daten über menschliche Einflüsse auf marine Naturressourcen
- Entwicklung nachhaltiger Managementpläne für kommerziell genutzte Rifffische.
Trotz alledem gibt es weltweit bereits viele spürbare Auswirkungen des Klimawandels, und das Rote Meer bildet da keine Ausnahme. Am auffälligsten ist dies an den Korallenriffen zu beobachten, wo steigende Wassertemperaturen und verschiedene Aktivitäten des Meerestourismus eine ernsthafte Bedrohung für die marine Umwelt darstellen. Um dieses Wissen zu vermitteln, engagiert sich HEPCA in einer Reihe von Projekten, um unser Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels auf die Region des Roten Meeres zu fördern und neue Pr