Zwei tote Delfine in El Gouna
Der Januar scheint kein Glücksmonat für Delfine zu sein. Am 10. Januar erhielt HEPCA einen Anruf über einen toten Delfin, der an einem Strand nördlich von El Gouna gefunden wurde; nur wenige Tage später (17. Januar) folgte ein zweiter Anruf: Ein weiterer tote Delfin war im schmalen Kanal zwischen El Gouna und dem direkt davor liegenden großen Riff gesichtet worden. Dank des Hinweises von Emperor Divers und Herrn Lang konnte das Wal-Forschungsteam (Cetacean Research Team) an beiden Fundorten eintreffen, bevor die Körper verwest oder verloren gegangen waren. Eine allgemeine Bewertung des Zustands der Kadaver wurde vorgenommen, gefolgt von einer vollständigen Sektion (Nekropsie) und der Entnahme von Gewebeproben für weitere Analysen. Die Tiere wurden als ein männliches Kalb (1,5 m lang) und ein weibliches ausgewachsenes Tier (2,30 m lang) der Gattung Tursiops identifiziert. Im Roten Meer kommen acht Zahnwalarten vor, von denen zwei zur Gattung Tursiops gehören: der Große Tümmler (T. truncatus) und der Indopazifische Große Tümmler (T. aduncus). Aufgrund seiner relativ geringen Größe (ausgewachsene Exemplare von T. truncatus sind 3,5 m lang) und seines Alters (bestimmt durch den Zustand der Zähne) wurde das ausgewachsene Tier eindeutig als T. aduncus identifiziert, während die geringe Größe des Babys den Forschern keine Bestimmung der Art ermöglichte. Es wurden keine offensichtlichen Todesursachen gefunden, was darauf hindeutet, dass mehrere Faktoren beigetragen haben könnten. Weitere und genauere Analysen könnten Licht ins Dunkel bringen. Genetische Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit der Sueskanal-Universität durchgeführt, um die Art zu identifizieren/bestätigen und das Vorliegen einer Mutter-Kalb-Beziehung zwischen den beiden Individuen zu überprüfen. Bitte beachten Sie: Wenn Sie einen Delfinkadaver finden, BERÜHREN SIE IHN NICHT, sondern melden Sie ihn so schnell wie möglich dem HEPCA-Büro unter 065-3445035. Je schneller die Meldung eingeht, desto höher sind die Chancen, eine genaue Untersuchung durchzuführen und mögliche Hinweise auf Beifang zu bewerten.