Wissenschaftlicher Durchbruch
Das wissenschaftliche Forschungsteam von HEPCA unter der Leitung von Professor Mahmoud Hanafy und Dr. Mohammed Kotb, gemeinsam mit zwei Forschern des Naturschutzsektors der ägyptischen Umweltbehörde (EEAA), Herrn Tamer Monir und Herrn Islam El Sadek, hatte vor wenigen Tagen die Gelegenheit, ein bemerkenswertes Massenlaichen von Acropora-Arten, einer Gruppe weit verbreiteter Steinkorallen, zu untersuchen. Dies war die erste wissenschaftliche Beobachtung dieser Art im ägyptischen Roten Meer! Das Massenlaichen ist ein Ereignis synchronisierter Fortpflanzung, das Mitte der 1980er Jahre beschrieben wurde und darauf abzielt, die Befruchtungschancen zu maximieren: Die Korallenkolonien geben gleichzeitig und in einem sehr begrenzten Zeitfenster ihre Gameten (Eizellen und Spermien) in großer Zahl ins Wasser ab. Die Koordination dieser Freisetzung hängt von ökologischen, biologischen und chemischen Faktoren ab. Es ist bekannt, dass dieses Ereignis nur in tropischen Regionen auftritt und meist mit dem Vollmond zusammenhängt. Die aus dem ägyptischen Roten Meer verfügbaren Informationen sind das Ergebnis jahrzehntelanger Studien verschiedener Forscher und Institute. Diese Daten wurden vom HEPCA-Team gesammelt und analysiert, das zu dem Schluss kam, dass das Massenlaichen entweder zwei Tage vor oder nach dem Vollmond stattfindet, meist im Zeitraum zwischen dem 20. April und dem 6. Mai. Ihre Schlussfolgerung war korrekt: Eine einzigartige und bemerkenswerte Massenfreisetzung von Gameten von mehr als 12 Steinkorallenarten fand am Donnerstag, den 3., und Freitag, den 4. Mai 2012, im Gebiet von Hurghada statt. Und es gibt noch mehr: Die Begeisterung des HEPCA-Teams über dieses Phänomen kann nun geteilt werden, da es – und das ist der eigentliche Durchbruch – auf Video aufgezeichnet wurde. Neben dem unbestreitbaren Wert, einen faszinierenden ökologischen Prozess vor unseren Augen zu enthüllen, kann die wissenschaftliche Bedeutung einer solchen Aufzeichnung erheblich zur Ausarbeitung und Umsetzung integrierter Umweltmanagementpläne zum Schutz der Meeresumwelt beitragen. Auch der Bereich der Korallenriff-Sanierung würde davon profitieren; vielleicht lassen sich so neue Mittel finden, um an den geschädigten Korallenriffen von Hurghada zu intervenieren, die stark durch unregulierte Küstenbebauung beeinträchtigt sind. Schließlich könnten unsere Taucher durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Umweltorganisationen, Behörden und dem Tourismussektor sogar zu den ersten gehören, denen die Möglichkeit geboten wird, dieses Ereignis live unter Wasser zu beobachten. Fazit: Wenn Sie sich letzte Woche Sorgen darüber gemacht haben, dass das Meer durch eine nicht identifizierte rötliche Substanz getrübt war, wissen Sie jetzt, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Im Gegenteil, feiern Sie dieses prächtige Naturereignis, von dem Sie einen Blick erhaschen durften! Wie gewohnt rufen wir die Gemeinschaft dazu auf, die Korallenriffe durch angemessenes Verhalten zu respektieren und HEPCA jegliche Verstöße gegen nationale und regionale Vorschriften zu melden, die Sie auf See beobachten.