Saudi-arabische Marine rettet polnischen Kitesurfer!
Bei dem Versuch, das 200 km breite Rote Meer von El Gouna (Ägypten) nach Duba (Saudi-Arabien) zu überqueren, musste der polnische Kitesurfer Janek Lisewski erfahren, dass er (wie er es ausdrückte) nicht „die Krone der Meere an sich reißen“ und die Naturgewalten bezwingen kann. Nachdem er am 2. März um 06:30 Uhr morgens El Gouna verlassen hatte, meldete sich der Kitesurfer bis zum Erreichen von Ras Mohammed regelmäßig, bevor dann, soweit wir wissen, sein Signal verlorenging. Um 18:00 Uhr desselben Tages, fast 12 Stunden nach seinem Start, ging der erste Notruf ein. Lisewski befindet sich in saudi-arabischen Gewässern, sein Zustand war unbekannt. Das ägyptische Tourismusministerium, der polnische Botschafter, die ägyptische und polnische Küstenwache sowie die Marine Ägyptens und Saudi-Arabiens wurden sofort alarmiert, und eine Such- und Rettungseinheit mit Booten und Hubschraubern wurde von den Saudis ausgesandt, sobald die Wetterbedingungen ein Auslaufen zuließen. Nach eineinhalb Tagen wurde der Kitesurfer am Sonntagnachmittag schließlich gefunden, geschwächt, aber am Leben. Weder die ägyptischen noch die saudi-arabischen Behörden waren im Vorfeld über Lisewskis Versuch informiert worden – ein unverantwortlicher Akt der Dummheit. Nicht nur, weil er ganz allein auf See unterwegs war, sondern auch, weil er plante, Grenzen zu überschreiten, ohne die dafür erforderlichen Genehmigungen zu besitzen. Er brachte damit nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch die Menschen, die zu seiner Rettung eilten, da die Seebedingungen in den letzten Tagen sehr rau waren. Wir möchten der saudi-arabischen Marine und Küstenwache für ihre engagierten Rettungsbemühungen danken, ebenso wie der ägyptischen Marine, der Küstenwache und der Such- und Rettungseinheit in Kairo sowie allen anderen, die an der Bergung beteiligt waren. Wir sind erleichtert, dass alles gut ausgegangen ist, und hoffen, dass dieser Fall einigen Leuten eine Lehre sein wird: Dem Meer zu trotzen – besonders einem so tückischen wie dem Roten Meer – ohne die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, ist weder eine heroische noch eine Extremsportleistung, sondern schlichtweg eine törichte Entscheidung.