Gericht in Hurghada fällte historisches Urteil zugunsten des Schutzes des Roten Meeres
Das Gericht in Hurghada hat im Fall Nr. 9961 ein Urteil gegen den Kapitän des Bootes „White Star“ gefällt: eine Geldstrafe von 5000 LE und 6 Monate Haft wegen Verstoßes gegen Artikel 2 des Gesetzes 102 von 1983 für Schutzgebiete. Dieses Urteil war die Reaktion auf den Verstoßbericht gegen das Boot „White Star“ vom 23. Oktober 2015. Gemäß Artikel 2 des Gesetzes 102 von 1983 für Schutzgebiete ist es strengstens verboten, Delfine, Seekühe (Dugongs), Schildkröten oder andere Meereslebewesen zu berühren oder zu stören. Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt und mit Geld- oder Haftstrafen geahndet. Die kontinuierlich steigende Anzahl von Booten und motorisierten Schiffen an den vorgelagerten Riffen von Hurghada sowie die unregulierte Aktivität waren schon immer eine chronische Störungsquelle für Delfine an den beiden Standorten Sha'ab El Erg und Sha'ab El Fanous. Die an diesen Orten anzutreffende Art ist der Indopazifische Große Tümmler (Tursiops aduncus). Diese Art ist in Anhang II von CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) aufgeführt und durch ägyptische Gesetze sowie internationale Übereinkommen geschützt. Die langfristigen Folgen der nicht nachhaltigen Nutzung dieser unberührten Orte und die Belästigung der einheimischen Delfinpopulation werden definitiv dazu führen, dass sie das Gebiet verlassen. Es wurde beobachtet, wie Boote Delfine jagten und die Wege des jeweils anderen gefährlich nahe kreuzten, während sich Schnorchler in unmittelbarer Nähe an der Oberfläche und Taucher im flachen Wasser darunter in den engen Passagen der beiden Standorte Sha'ab El Erg und Fanous befanden. Dies führt zu einer sehr gefährlichen Situation, die zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod von Menschen führen könnte. Es sind mehrere Beschwerden von Touristen eingegangen. Dieses historische Urteil ist das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen des Meerespatrouillen-Teams (Marine Patrol), dem die Behörde für die Schutzgebiete des nördlichen Roten Meeres, das Gouvernement Rotes Meer und HEPCA angehören. Die Hauptaufgabe dieses Teams besteht darin, Umweltverstöße in Sha'ab El Erg und Fanous zu überwachen.