HEPCA Rückblick 2011 - Küstenuntersuchung
Das Rote Meer ist bekannt für seine ökologische und wirtschaftliche Bedeutung für Ägypten. Die empfindlichen Ökosysteme der Korallenriffe, Mangroven und Seegraswiesen machen das Rote Meer sehr sensibel gegenüber Veränderungen, selbst minimalen. Es beherbergt zudem eine große Anzahl endemischer, seltener und gefährdeter Arten wie den Dugong und die Grüne Meeresschildkröte. Quantitative Erhebungen der marinen Ressourcen des Roten Meeres im Hinblick auf sensible Lebensräume und Schlüsselarten sind jedoch sehr spärlich. Daher hat HEPCA eine detaillierte quantitative Küstenuntersuchung entlang der südlichen ägyptischen Küste des Roten Meeres von Um El Gourifat bis Ras Banas gestartet. Das Projekt begann im April 2011 mit folgenden Zielen: 1) Abgrenzung sensibler Lebensräume 2) Erstellung von Sensibilitätskarten 3) Datenerfassung zu Diversität, Abundanz und Zustand von Korallen, Rifffischen und genutzten Arten 4) Erfassung von Daten zur Resilienz verschiedener Korallenriffe 5) Aufbau einer Datenbank und Einrichtung von Überwachungsstationen auf der Basis von Foto-Quadranten und Videotranssekten. Bis zum heutigen Tag hat das Team für die Küstenuntersuchung eine Gesamtfläche von etwa 110 km von Marsa Um El Gourifat bis Sharm El Fogery abgedeckt. Neun Monate Arbeit führten zu: - Insgesamt wurden 25 Detailstandorte und 135 Standorte im Rahmen von Schnelluntersuchungen erfasst. - 500 Foto-Quadrate und 300 Videotranssekte von benthischen Lebensräumen wurden aufgenommen. - 75 Tiefenprofile - 150 Fischtranssekte von je 100 m Länge wurden durchgeführt - 300 Transsekte zur Bestimmung von Habitattypen (je 25 m) - Bewertungsdaten von bislang 12 Tauchcentern im Untersuchungsgebiet wurden gesammelt - Nutzungsdaten von bislang 17 in Betrieb befindlichen Hotels und 4 im Bau befindlichen Resorts im Untersuchungsgebiet wurden ebenfalls erfasst - Daten über menschliche Einflüsse und verschiedene Arten von Verschmutzung wurden an 25 Standorten gesammelt Die wichtigsten Errungenschaften des Küstenteams bisher waren: - Registrierung von insgesamt 172 verschiedenen Fischarten aus 47 verschiedenen Fischfamilien - Registrierung von 18 Steinkorallen-Gattungen und 6 Weichkorallen-Gattungen - Habitatabgrenzung aller 25 detailliert untersuchten Standorte - Installation von HEPCA-Öko-Leitfäden an 5 verschiedenen Tauchplätzen im Süden - Meldung von Verstößen an 3 verschiedenen Tauchplätzen an die Behörden, was zu einer sofortigen Verbesserung an einem der Standorte führte und Bedenken hinsichtlich der anderen beiden aufwarf. - Vorträge und Informationen für Tauchguides über den Riffschutz und ihre Rollen Seit dem Start des Küstenuntersuchungsprojekts sammeln die Teammitglieder nicht nur Daten über den Zustand der Riffe und sensible Lebensräume, sondern beteiligen sich auch an einer Kampagne zur Erhaltung unserer Meeresressourcen im Süden, indem sie Öko-Leitfäden installieren, mit Gästen sprechen und Tauchguides sowie Tauchcenter briefen. Das Team bedankt sich bei allen Tauchcentern im Süden, insbesondere bei Red Sea Diving Safari, für ihre Unterstützung während unserer monatlichen Untersuchung.