Ägypten verliert einen Pionier der Umweltwissenschaften
HEPCA trauert um den im Alter von 91 Jahren verstorbenen Professor für Botanik und Umweltwissenschaften Prof. Mohamed Abdel Fattah El-Kassas. Er war der erste arabische Wissenschaftler, der in der Zeit von 1978 bis 1984 die Position des Leiters der „Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen“ (IUCN) innehatte. Er wurde 1921 in Borg El Brollus, Baltim, geboren. Prof. El-Kassas schloss sein Studium an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Kairo im Jahr 1944 mit Auszeichnung ab. Er beendete sein Masterstudium im Jahr 1947 und promovierte 1950 an der Universität Cambridge. Im Laufe seiner Karriere erhielt er zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen und Auszeichnungen von nationalen und internationalen Gremien aus Ägypten, dem Sudan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Schweden und den Niederlanden. Er gewann 1978 den Umweltpreis der Vereinten Nationen und 2008 den Nil-Preis für Wissenschaft. Prof. El-Kassas gründete seine eigene wissenschaftliche Schule im Bereich der Wüstenumweltforschung, an der viele ägyptische und arabische Forscher ihren Master- und Doktortitel erwarben. Er war an der Erstellung von Umweltkarten im Mittelmeerraum beteiligt. Zu seinen zahlreichen bedeutenden Werken gehört unter anderem „Der Nil in Gefahr“. Er hielt seine wissenschaftliche Autobiografie im Buch „Footsteps in the twentieth century and beyond“ und in der Enzyklopädie der Geografie unter dem Begriff „Wüstenbildung“ (Desertifikation) fest. Die Beiträge von Dr. El-Kassas gehören zu den bedeutendsten auf dem Gebiet des Umweltschutzes auf internationaler und arabischer Ebene.