Faszinierende Geschöpfe – Haie – Teil 2
Um fortzusetzen, womit wir letzten Monat begonnen haben: das Gespräch über Haie. Wie bereits erwähnt, sind die meisten Haie von Natur aus Raubtiere. Doch von den 440 registrierten Hai-Arten wurden nur vier mit tödlichen Angriffen auf Menschen in Verbindung gebracht: der Weiße Hai, der Bullenhai, der Seidenhai (bzw. ozeanische Weißspitzen-Hochseehai) und der Tigerhai, wobei die beiden letztgenannten im Roten Meer vorkommen. Dies sind große und starke Raubtiere, die angreifen, um zu töten. Bemerkenswerterweise wurden alle diese vier Hai-Arten, einschließlich derer aus dem Roten Meer, von vielen Tauchern ohne Käfig gefilmt und fotografiert. Entgegen weit verbreiteter Annahmen stützt dies die Theorie, dass Menschen nicht auf dem Speiseplan von Haien stehen und dass frühere Haiangriffe auf Menschen auf andere Faktoren zurückzuführen sein könnten. Dennoch ist in dieser Frage weitere Forschung erforderlich, weshalb bei der Annäherung an jeden Hai weiterhin Vorsicht geboten ist. In einer typischen marinen Nahrungspyramide nimmt die Anzahl der Konsumenten ab, je weiter man nach oben gelangt. Als Spitzenprädatoren sind Haie im Vergleich zu anderen Fischarten ohnehin nur in geringer Zahl vorhanden. Da schätzungsweise mehr als 100 Millionen Haie jedes Jahr durch Menschen getötet werden, sind Haie vom Aussterben bedroht. Das Fehlen von Spitzenräubern in einem Nahrungsnetz ist eine Umweltkatastrophe und führt zu einem massiven Ungleichgewicht im Ökosystem. Hai-Produkte wie Fleisch, Haut, Kiefer und Haileber gelten weltweit als Delikatessen und werden für den menschlichen Verzehr genutzt. Die meisten Haie werden jedoch wegen ihrer Flossen getötet, da Haifischflossensuppe weltweit als kulturelles Statussymbol und Aphrodisiakum gilt. Fischer fangen Haie, schneiden ihnen die Flossen ab und werfen die flossenlosen Tiere zurück ins Wasser. Da sie nicht mehr schwimmen oder atmen können (da Sedimente durch ihre Kiemen eindringen), sterben die entflossten Haie schließlich. Mit einem geschätzten Schwarzmarktvolumen von 300 Milliarden Dollar im Jahr 2009 stellt das sogenannte „Shark Finning“ (das Abtrennen der Flossen) die größte Bedrohung für die Bemühungen zum Schutz der Haie dar. Im Roten Meer haben Organisationen wie HEPCA, PERSGA und EEAA Initiativen zum Schutz der Haie ergriffen und erfolgreich Lobbyarbeit für Umweltgesetze zu ihrem Schutz betrieben. Nächsten Monat werden wir weiter über Haie sprechen und uns der Kernfrage widmen: Warum müssen wir sie eigentlich schützen?